Die Parodontitis ist eine Erkrankung des Zahnhalteapparates, welche mit Knochenschwund und Zahnfleischrückgang in Erscheinung tritt. Da der Knochen, der den Zahn umgibt fehlt, wächst in die Zwischenräume Gewebe ein, welches sich oftmals stark entzündet. Diese sog. Zahnfleischtaschen enthalten teilweise sehr pathogene Keime, welche sich von dort ausgehend im gesamten Mundraum verteilen können. 

Ausserdem treten die Zähne immer deutlicher in Erscheinung, da die Zahnhälse mehr und mehr freiliegen. Ziel ist es, diese Taschen so zu behandeln, dass sie vollkommen entzündungsfrei werde und auch bleiben, um zu verhindern, dass diese noch tiefer werden oder sich im Zahnhalteapparat vermehren. 

Die Parodontitis wird von vielen Kollegen streng mundraumbezogen betrachtet und auch behandelt. Die Behandlung mit Scaler, Curette, Ultraschall, Taschenreinigung, Politur, Beratung des Patienten, etc. ist die Grundlage einer erfolgreichen Parodontitisbehandlung; trotzdem sollte diese Art der Erkrankung, welche ein typisches Zeichen unserer heutigen stressvollen Zeit ist, niemals auf den Mundraum eingeschränkt betrachtet werden, die Parodontitis ist nahezu immer Symptom für etwas Größeres und betrifft nahezu immer den Gesamtorganismus. 

Schwere Parodontitisfälle sollten unbedingt von Parodontologen begutachtet und behandelt werden, da nur sie das nötige Wissen und Equipment für eine erfolgreiche Behandlung besitzen.

Was ist eine Zahnfleischerkrankung?

Bei einer Zahnfleischerkrankung handelt es sich um eine Entzündung des Zahnfleisches, die sich auf den Kieferknochen und das Stützgewebe, das die Zähne umgibt, ausweiten kann. Sie wird durch die Bakterien der Plaque ausgelöst, einen klebrigen, lebendigen Zahnbelag aus Bakterien, der sich kontinuierlich auf den Zähnen bildet. Wird Plaque nicht täglich durch gründliches Putzen der Zähne und Verwendung von Zahnseide und Zahnzwischenraumbürsten entfernt, kann die Plaque sehr dick werden. Die Bakterien infizieren nicht nur Ihre Zähne und Ihr Zahnfleisch, sondern möglicherweise auch das Gewebe des Zahnhalteapparates (den Kieferknochen und das Bindegewebe), in dem die Zähne verankert sind. Das kann dazu führen, dass die Zähne sich lockern, ausfallen können oder vom Zahnarzt gezogen werden müssen.

Es gibt drei Stadien einer Zahnfleischerkrankung:

Gingivitis: Hier handelt es sich um das früheste Stadium einer Zahnfleischerkrankung, eine Entzündung des Zahnfleisches aufgrund der Plaqueauflagerung am Zahnfleischsaum. Wird die Plaque nicht durch tägliches Putzen und Verwenden von Zahnseide entfernt, produziert sie Toxine (Giftstoffe), die das Gewebe des Zahnfleisches angreifen und so zu einer Zahnfleischentzündung führen können. Möglicherweise treten während des Putzens und Reinigens der Zähne mit Zahnseide Blutungen auf. In diesem frühen Stadium einer Zahnfleischerkrankung kann der Schaden völlig behoben werden, da der Knochen und das Bindegewebe, die den Zahn in seiner Position halten, noch nicht betroffen sind. Parodontitis: In diesem Stadium sind der den Zahn stützende Knochen und das Bindegewebe irreversibel geschädigt. Zwischen Zahnfleisch und Zahn- bzw. Wuzeloberfäche haben sich möglicherweise 4 bis 12 mm tiefe Zahnfleischtaschen gebildet, in die Bakterien ungestört weiter vordringen können. Die richtige zahnärztliche Behandlung und eine verbesserte Mundpflege zu Hause helfen üblicherweise, die Entzündung einzudämmen und weiteren Schaden zu vermeiden. Wenn die Zähne nicht eine wirkungsvolle Behandlung erfahren, wird der Kieferknochen aufgelöst, die Zähne fangen an zu wandern, sie wackeln und können ausfallen bzw., müssen möglicherweise gezogen werden.